Kamakura ist kompakt, aber das Viertel, das du wählst, entscheidet trotzdem, ob du am ersten Morgen direkt in einen Tempel läufst oder erst zwanzig Minuten in der Enoden sitzt, bevor es überhaupt losgeht. Hier kommt die ehrliche Übersicht.
Kamakura ist keine große Stadt — aber seine Tempel, Schreine und Strände ziehen sich über mehrere Kilometer entlang der Küstenbahn Enoden. Ein Hotel, das auf der Karte gut aussieht, kann dich am Ende zwanzig Bahnminuten von den Sehenswürdigkeiten entfernt abladen, für die du gekommen bist. Das ruiniert keinen Besuch, aber es kostet dich jeden Tag still und leise Zeit.
Wir haben die Stadt in vier Hauptviertel aufgeteilt. Jedes hat seinen eigenen Charakter — das zentrale Bahnhofsviertel, das ruhige Tempeltal im Norden, das Strand-und-Schrein-Viertel in der Mitte und der entspannte Küstenstreifen im Westen. Sobald du weißt, was du von Kamakura willst, ergibt sich das richtige Viertel von selbst.
Eines solltest du wissen, egal welches Viertel du wählst: Kamakura hat deutlich weniger Hotelzimmer als die meisten japanischen Touristenstädte. Kirschblütenzeit (Ende März bis Anfang April), Hortensienzeit (Juni) und Herbstlaub (November) sind alle komplett ausgebucht. Buche zwei bis drei Monate im Voraus für jeden dieser Zeiträume.
Für die meisten Besucher ist das Viertel am Bahnhof Kamakura mit Abstand die praktischste Basis. Vom Ostausgang läufst du zwei Minuten zur Komachi-dori — der wichtigsten Einkaufs- und Essstraße — und fünfzehn Minuten zum Tsurugaoka-Hachimangu-Schrein. Die Enoden startet am Westausgang und bringt dich in wenigen Stationen zu Hasedera, dem Großen Buddha im Kotoku-in und weiter bis Enoshima. Du musst dir keine Bahnverbindung zurechtlegen, bevor du überhaupt gefrühstückt hast.
Das beste Hotel in diesem Viertel: Hotel Metropolitan Kamakura — ein 4-Sterne-Haus von JR-East, mitgestaltet von MUJI, mit 9,6 von 10 aus 703 Bewertungen, zwei Gehminuten vom Bahnhof, mit Schreinblick aus den oberen Eckzimmern. Ab rund 20.000 Yen pro Nacht.
Zur Review des Hotel Metropolitan Kamakura →Ehrliches Flair, nächster Bahnhof und echte, getestete Hotels in jedem Viertel.
Viertel 1
Passt für: Reisende, die richtig Tempel-Hopping machen wollen — morgens raus, zu Fuß oder direkt in die Enoden, abends zurück zum Essen auf der Komachi-dori. Der Tsurugaoka-Hachimangu-Schrein liegt 15 Gehminuten nördlich. Die Enoden bringt dich westwärts zu Hasedera, dem Großen Buddha und Enoshima. Hotels in jeder Preisklasse ballen sich hier, von Gästehäusern um die 8.000 Yen bis zu 4-Sterne-Optionen nahe 30.000 Yen. Der eine Haken: Während der Golden Week und der Momiji-Zeit sind die Straßen rund um den Bahnhof wirklich voll.
Viertel 2
Passt für: Reisende, die wegen der Zen-Tempel gekommen sind und sonst nichts — Engakuji und Kenchoji liegen beide nur eine Gehminute vom Bahnhof entfernt, und das ganze Viertel fühlt sich eher an wie ein Rückzugsort im Wald als wie eine Touristenstadt. Die Unterkünfte sind fast ausschließlich kleine traditionelle Ryokan für rund 10.000 bis 20.000 Yen pro Nacht. Die ehrliche Einschränkung: Es gibt keine Convenience-Stores oder vielfältige Restaurants in der Nähe. Um den Strand, den Großen Buddha oder Enoshima zu erreichen, musst du die Bahn mehrere Stationen zurück nach Süden nehmen.
Viertel 3
Passt für: Alle, die Tempel und Strand wollen, ohne für beides die Bahn nehmen zu müssen. Hasedera und Kotoku-in (der Große Buddha) sind von den Hotels in diesem Viertel zu Fuß erreichbar; der Yuigahama-Strand ist nur ein paar Minuten weiter. Die Unterkünfte reichen von Gästehäusern und kleinen Pensionen bis zu einem Design-Hotel mit Zedernsauna. Das Viertel ist lebendig, ohne zu überfordern — eine gute Wahl für Paare und Freundesgruppen, die lieber eine Strandstadt-Atmosphäre als eine rein städtische Basis möchten.
Viertel 4
Passt für: Paare, die vor allem ein Zimmer mit Meerblick und eine ruhige Atmosphäre wollen. Das Kamakura Prince Hotel liegt am Hang von Shichirigahama, und jedes seiner 97 Zimmer blickt auf die Sagami-Bucht — an klaren Tagen erscheinen die Insel Enoshima und der Berg Fuji aus den oberen Etagen im selben Bild. Zum Enoden-Bahnhof ist es eine Gehminute. Die ehrliche Abwägung: Die wichtigsten Tempel von Kamakura sind etwa 20 Bahnminuten entfernt, das passt also am besten, wenn dir Erholung und Landschaft wichtiger sind als intensives Sightseeing.
Möglichst viele Tempel sehen: Übernachte am Bahnhof Kamakura oder in Kita-Kamakura. Du läufst direkt zur ersten Sehenswürdigkeit, ohne vorher Bahn zu fahren.
Du willst den Strand oder Strandstadt-Flair: Viertel Yuigahama (WeBase Kamakura, Zedernsauna und Meerblick) oder Shichirigahama (Prince Hotel, Fuji-Blick aus dem Zimmer).
Du willst Tempel und Meer in einer Reise: Das Viertel am Bahnhof Kamakura ist die praktische Antwort — die Enoden erreicht den Strand in drei Stationen, und die JR bringt dich in einer Station nach Norden zu den Tempeln von Kita-Kamakura.
Kamakura hat weniger günstige Optionen als die meisten japanischen Städte — ordentliche Gästehäuser starten bei rund 6.000 bis 8.000 Yen pro Nacht. Mittelklassehotels liegen bei 15.000 bis 25.000 Yen. Das Hotel Metropolitan Kamakura beginnt bei 20.000 Yen und das Kamakura Prince Hotel bei 17.000 Yen. In der Hochsaison — Golden Week, Kirschblüte und Herbstlaub — steigen die Preise um bis zu 50 %, und die Zimmer sind Monate im Voraus weg.